Man muss die Social-Media-Kanäle kennenlernen und verstehen -Ein Interview mit Leonie Walter
In meiner Interview-Reihe Interview-Reihe “Social Media Best Practice”, spreche ich heute mit Leonie Walter.

Leonie Walter Visuelle PR
Hallo Leonie, kannst Du Dich meinen Lesern kurz vorstellen?
Ich bin seit mehr als 15 Jahren in der PR-Beratung von IT-Unternehmen tätig. Seit 1996 leite ich zusammen mit meinem Mann Markus Walter die PR-Agentur Walter Visuelle PR GmbH (www.pressearbeit.de). Unsere Kunden lagern ihre gesamte Pressearbeit an unser Team aus: Strategien festlegen, Presseartikel schreiben, Kontakte zu Redaktionen knüpfen, Beiträge vereinbaren – das ist unser Kern-Business. Was dies angeht, haben wir vorwiegend die IT-Branche als Zielgruppe, vor allem Anbietern mit Business-to-Business-Lösungen. In unseren Strategie-Workshops mit unseren Kunden betrachten wir neben der klassischen Pressearbeit auch die Möglichkeiten der Kommunikation im Bereich Social Media. Außerdem bin ich als Buchautorin tätig – der Titel „Gewusst wie – Das 1×1 der Pressearbeit“ ist aktuell im März erschienen. Pressearbeit und die Chancen im Social Media sind übrigens beides Themen, die im Buch behandelt werden.
Du betreibst ja nicht nur den Blog Visuelle PR, sondern bist zusätzlich noch bei XING und Twitter zu finden. Warum?
Es gibt doch den bekannten Spruch von dem Schuster, der die schlechtesten Leisten hat (lacht). Das wollen wir uns natürlich nicht nachsagen lassen! Im Gegenteil, wenn wir Kunden zu Social Media beraten wollen, dann ist es auch wichtig, dass wir hier selbst Erfahrungen sammeln und uns auskennen. Außerdem macht es auch einfach Spaß, interessante Quellen zu entdecken, eigenen Content zu erstellen und darauf Feedback zu erhalten.
Im Blog (www.VisuellePR.de) kommunizieren wir derzeit viele Social-Media-Themen, einfach weil sich in diesem Bereich sehr viel tut, es den Bereich Pressearbeit ergänzt und wir hier viel Aufklärungsbedarf auch bei unserer Zielgruppe sehen. Unsere aktuellen Social-Media-Interviews mit Unternehmensrepräsentanten von kleinen bis großen Firmen zum Beispiel kommen super an.
XING (https://www.xing.com/profile/Leonie_Walter) sehe ich überwiegend als erweiterte Kontaktdatenbank. Man kann hierüber auch mit Menschen Kontakt halten, denen man in der täglichen Arbeit nicht ständig begegnet. Über die Statusmeldungen sind meine Kontakte über Neues von mir und interessante Aktivitäten informiert. Außerdem ist XING natürlich auch ein Medium zur Kontaktaufnahme durch Dritte. Und ich mische ab und an auch in verschiedenen Foren mit, beispielsweise mit Meinungen und Beiträgen zu Pressearbeit. Last but not least ist XING toll, um Veranstaltungen anzukündigen und Kontakte hierzu einzuladen oder auch dann, wenn wir unser Agentur-Team erweitern möchten – sprich Stellenanzeigen schalten.
Twitter (http://www.twitter.com/VisuellePR) ist klasse, um Informationen zu streuen, aber auch um Interessantes zu erfahren. Ich schaue gerne auf die Link-Empfehlungen anderer Twitterati. Und für die eigenen Blogeinträge ist es super, diese über Twitter vielen Menschen zugänglich zu machen. Über Retweets erreicht man tolle virale Effekte! Übrigens haben wir über Twitter auch schon interessante Kontakte geknüpft. Aktuelles Beispiel ist ein super Fotograf, den wir kürzlich beauftragt habe.
Außerdem nutze ich übrigens Mister Wong (http://www.mister-wong.de/user/VisuellePR) fürs Bookmarking. Ich bookmarke hier speziell Studien und interessante Social-Media-Artikel, um später immer wieder darauf zugreifen zu können. Auch andere Menschen sehen diese Bookmarks und finden sie hoffentlich hilfreich.
Darüber hinaus sind wir natürlich auch bei Facebook, YouTube, Slideshare, Flickr und einigen anderen Social-Media-Kanälen aktiv. Auch dies ist wichtig, wenn wir Unternehmen im Social Media beraten.
Inwieweit kann Social Media die PR unterstützen bzw. ergänzen?
Da gibt es mehrere Aspekte. Zum einen sollten Unternehmen natürlich Social Media genau beobachten. Sollten hier Diskussionen geführt werden, die das eigene Unternehmen oder Produkte beispielsweise negativ beleuchten, muss man handeln können. Das tun natürlich noch nicht alle Unternehmen, aber Monitoring ist eine elementare PR-Aufgabe! Im Hinblick auf Social Media ist Medienkompetenz das A und O, das heißt, man muss die Spielregeln kennen und beherrschen. Zudem muss ein Unternehmen genügend Kontakte im Netzwerk haben, also beispielsweise bei Twitter eine gewisse Zahl von Followern, um im Krisenfall kommunizieren zu können und dabei auch Zuhörer zu haben.
Der zweite Punkt ist, dass man relevante Informationen breit streuen muss, damit sie möglichst viel Aufmerksamkeit bekommen. Für Presse-Informationen gilt dies in Bezug auf die PR-Portale, noch wichtiger ist es aber für angekündigte Veranstaltungen oder auch für Dokumente, die man auf der Webseite zum Download anbietet. Ein Effekt davon ist dann natürlich eine bessere Sichtbarkeit in den Suchmaschinen.
Drittens: Die zahlreichen News und Social-Media-Aktivitäten lassen sich sehr elegant in einem Social-Media-Newsroom zusammenfassen. Das haben wir sowohl für uns als PR-Agentur bereits realisiert http://newsroom.pressearbeit.de als auch für unser Fachbuch: http://buch.pressearbeit.de. Vorteil ist, dass sowohl Journalisten als auch andere interessierte Personen so aktuell über uns oder über das Buch informiert sind, weil hier allle Kanäle gebündelt werden: Blog, Presse-Meldungen, News, Termine, Veröffentlichungen, Social-Media-Profile, Flickr, YouTube und so weiter. Das finde ich klasse!
Viertens: Interessant für die PR und „typisch Social Media“ sind natürlich auch Videos. Egal ob Imagevideos oder Presse-Statements, Videos sind einfach ein tolles PR-Instrument und man muss sie natürlich von den Social Networks aus geschickt verlinken.
Wie stehen Deine Kunden dem Thema Social Media gegenüber?
Da ist alles dabei, von der Aussage „Wir warten den Hype erst mal ab“ bis hin zu „Da müssen wir unbedingt dabei sein“. Das Interesse steigt aber spürbar an. Bei unseren Kunden, die einen hohen Bedarf an Social Media sehen, führen wir entsprechende Workshops durch und leisten aktiv Hilfestellung. In die Kommunikationskonzepte und -strategien integrieren wir inzwischen schon fast standardmäßig auch Social-Media-Aktivitäten bei Twitter, Xing, Facebook oder in Form von Corporate-Blogs.
Welche sind die vier häufigsten Gründe, die Du als Argument gegen
Social Media hörst?
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Der Zeitaspekt und die personellen Ressourcen sind bei vielen Firmen eine Hürde.
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Viele haben regelrecht Angst davor, dass Ihnen nach kurzer Zeit der Content ausgehen könnte. Eigentlich ein positives Zeichen, weil die Unternehmen dann ja erkennen: Social Media ist was langfristiges, und sie müssen hochwertige Inhalte liefern!
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Manche Unternehmen sind unsicher, inwieweit sie ihre Mitarbeiter auf die Social Networks wirklich loslassen können, denn dadurch geht ein Stück Kontrolle verloren. Social-Media-Guidelines wären hier eine Lösung, damit jeder Mitarbeiter sicher sein kann, in welchem Rahmen er sich bewegen darf.
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Ein beliebtes Argument ist auch „Wir warten erst mal ab, man muss ja nicht alles mitmachen“ oder „Das ist nichts für uns“. Eine Fehleinschätzung übrigens, denn der Spruch „Man kann nicht nicht kommunizieren“ gilt nirgends mehr als im Social Web. Ich glaube, dass fast jedes Unternehmen über Social-Media einen Teil der Zielgruppe erreichen kann – man muss nur das richtige Netzwerk ausfindig machen.
Wenn Dich jemand fragt: Wie starte ich ins Social Web? Was empfiehlst Du ihm da?
Das ist einfach. Was Du auch immer empfiehlst „Zuhören – Antworten – Mitmachen“ hat sich ganz klar bewährt! Diesen Tipp sollte jedes Unternehmen und jeder Selbstständige beherrschen! Eine Stufe davor wäre aus meiner Sicht noch: Man muss die Social-Media-Kanäle kennenlernen und verstehen, zumindest die wichtigsten.
Danach ist ein strategischen Vorgehen empfehlenswert, bei dem man die relevanten Kanäle auswählt, Themen definiert und plant, wie man sich im Social Web künftig präsentieren wird.
Leonie, vielen Dank für das Interview!
Ich bedanke mich auch. Das Interview hat Spaß gemacht!
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Zuhören – Antworten – Mitmachen! Das ist Social Media
Beste Grüße Mario Carla
Bisher sind in der Reihe “Social Media Best Practice” sind bisher folgende Interviews erschienen:
Wie stehen Entscheider dem Thema Social Media gegenüber? Ein Interview mit Kai-Jürgen Lietz
Hallo und herzlich willkommen auf "KMU im SocialWeb". Mein Name ist Mario Carla. Ich bin IT-Trainer, -Berater und Blogger. Ich blogge hier über meine Erfahrung mit Twitter, Blogs, Xing, Facebook und Co.





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